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Thomas Zurfluh ist seit 2012 als Experte und 2020 als Chefexperte für die SwissSkills tätig. 2010 gewann er diese selbst und wurde ein Jahr später in London an den WorldSkills Vizeweltmeister. Heute ist er bei Ruch AG in Altdorf als Leiter Bau und Mitglied der Geschäftsleitung tätig. Im Interview erzählt er, wie er die diesjährigen SwissSkills erlebte und was seine Arbeit als Chefexperte beinhaltet.

Die SwissSkills fanden dieses Jahr in einem anderen Rahmen statt. Wie wirkte sich diese Tatsache in Bezug auf Ihren Job als Chefexperte aus?

Meine Kernaufgabe unterschied sich nicht wesentlich gegenüber anderen Jahren. Ungewohnt war natürlich, dass Kandidaten und Experten ohne Beisein der Öffentlichkeit arbeiteten. Einige Besucher waren wohl da, jedoch wurden diese von den Kandidaten aufgrund der räumlichen Distanz nicht so intensiv wahrgenommen wie in anderen Jahren.

Wie haben Sie den Ablauf und die Umsetzung der SwissSkills für Metallbauer in Aarberg empfunden?

Das Bildungszentrum in Aarberg verfügt über sehr gute, ganzheitliche Infrastrukturen, die wir optimal nutzen konnten. Ob Werkstatteinrichtungen oder Räumlichkeiten für administrative Tätigkeiten, es passte für alle bestens.

Dieses Jahr hatten die Kandidaten einen chinesischen Tempel aus Metall anzufertigen. Aus welchen Komponenten und Materialien besteht so ein Tempel?

Ein solcher Tempel besteht aus verschiedenen Modulen, die dem sehr breiten Arbeitsfeld der Metallbauer gerecht werden. Ein Rahmen aus Stahlrohren bot dafür die Grundlage für den Einbau einer voll funktionstüchtigen, blechbeplankten Stahltür mit einem integrierten Türschliesser, einem Einsteckschloss und einem elektrischen Türöffner. Weiter musste eine Festverglasung aus Aluminium mit Glasfüllung hergestellt und im Grundrahmen eingebaut werden. Zudem galt es, ein spezielles Webelement aus Flachstahl passgenau zu produzieren. Ein Hut, bestehend aus zusammengeschweissten Stahlblechen, rundete die hohe Komplexität dieses Werks ab. So waren doch sehr viele verschiedene Arbeitstechniken und Verfahren gefordert, welche schlussendlich fair geprüft und bewertet werden konnten und somit sicherstellten, dass wirklich der Beste gewann.

Worauf achten die Experten, wenn sie die Kandidaten bewerten?

Grundsätzlich wird erst zum Schluss das fertige Werkstück der Kandidaten bewertet. Während des Wettbewerbs schauen wir auf ein logisches und strukturiertes Vorgehen und auf handwerkliches Geschick. Da dies jedoch kein fixer Bewertungsbestandteil ist, gibt uns das in erster Linie einen Eindruck, ob sich jemand für die WorldSkills eignet oder nicht. Dabei sind die Leidenschaft für den Beruf, die Begeisterung für den Wettkampf, ein hohes Mass an handwerklichem Geschick, aber auch ein stabiles privates und berufliches Umfeld sehr wichtig.

Wie werden die Kandidaten bewertet?

Wir haben ein klar definiertes Raster, nach dem Punkte vergeben werden. Neben klar vorgegebenen Massen wird die technische Richtigkeit wie die Ebenheit, die Parallelität sowie die Rechtwinkligkeit überprüft. Weiter wird aber auch die ganze Verarbeitung, die Funktion der einzelnen Bauteile und der Gesamteindruck überprüft. Wichtig ist dabei, dass alle Kandidaten gleich bewertet werden, damit dann auch wirklich der Beste gewinnt.

Welche Komponenten forderten die Teilnehmer am stärksten?

Letztendlich ist es immer der «innere Schweinehund», der die Kandidaten am meisten fordert. Die Zeit ist ultraknapp bemessen, die Qualitätsvorgaben sehr hoch. Damit die Kandidaten die enormen Qualitätsanforderungen in der sehr knappen Zeit bestmöglich erfüllen können, werden sie mental enorm gefordert. Es ist sehr schwierig, in solchen Situationen einen klaren Kopf zu behalten.

Wo waren bei den Prüfungen und Bewertungen die grössten Abweichungen zum Idealzustand festzustellen?

Bei den Besten entscheiden letztendlich Nuancen über Sieg oder Niederlage. Grundsätzlich ist Perfektion bei diesen Metallbauarbeiten meistens nicht erreichbar. Trotzdem wurden
uns auch dieses Jahr viele Werkstücke präsentiert, die dem Gewünschten sehr nahe kamen. Mehreren Kandidaten hatte es dieses Jahr einfach an Zeit gefehlt. Aber an den erledigten Modulen war bei jedem ein hohes Mass an Qualität feststellbar.

Welche Schlüsse und Erkenntnisse nehmen Sie für sich persönlich mit aus den SwissSkills 2020?

Diese jungen und hochmotivierten Berufsleute haben mich begeistert. Alle hatten ihre Komfortzone verlassen und sich den hohen Herausforderung gestellt und diese auch bestens gemeistert. Es hat mir gezeigt, dass auch die Jungen von heute eine Riesenportion handwerkliches Geschick und mentale Stärke mitbringen, sodass auch in Zukunft Metallbau mit Leidenschaft gelebt wird.

An den SwissSkills Championships 2020 ist ein interessanter Film entstanden, der nicht nur die Arbeit eines Metallbauers sondern auch die Highlights des Wettkampfes zeigt.

Vom 1. bis 4. September 2020 fanden im Bildungszentrum Aarberg die nationalen Berufsmeisterschaften im Metallbau statt. An zwei Wettkampftagen stellten 15 junge Metallbauer aus der Deutschschweiz, der Romandie und dem Tessin ihr Fachwissen unter Beweis. Lars Rotach aus Ulisbach (Büsser Metallbau AG, Mosnang) konnte sich gegen seine Konkurrenz durchsetzen und gewann die Goldmedaille. Zweiter wurde Mattia Porta aus Malesco (Officine Ghidoni SA, Riazzino) und Bronze gewann Romain Giuriani aus Avusy (CFPC Genève, Petit-Lancy).

Während zwei anspruchsvollen Wettkampftagen zeigten die jungen Metallbauer ihr Können. Dabei spielte nicht nur das Fachwissen im praktischen Bereich, sondern auch die mentale Stärke eine wichtige Rolle. Am ersten Wettkampftag erhielten die 15 Teilnehmer einen Plan sowie das benötigte Material und mussten am Ende des zweiten Tages ein komplexes Werkstück fertiggestellt haben. In diesem Jahr war die Aufgabe einem chinesischen Tempel nachempfunden. Dies weil der Gewinner der SwissSkills im nächsten Jahr die Schweiz an den WorldSkills in Shanghai vertreten darf.

Bewertet wurden die fertigen Arbeiten anschliessend von einem sechsköpfigen Expertenteam anhand vordefinierter und messbarer Kriterien. Beurteilt wurden auch die Qualität der Schweissnähte, die Verarbeitung der verschiedenen Metalle, die verschiedenen Arbeitstechniken, die Ästhetik und die Funktionalität der gefertigten Arbeiten. Aber auch die Metallbauer selbst wurden bezüglich Zeitmanagement sowie ihrem Umgang mit Stress im Wettkampfmodus geprüft. Am Freitagabend wurden die glücklichen Gewinner im Bildungszentrum Aarberg ausgezeichnet, die Medaillen übergab dabei die Thurgauer Nationalrätin und Metallbauunternehmerin Diana Gutjahr. Belohnt wurden die drei Erstplatzierten mit Bildungsgutscheinen, mit denen sie ihre künftige Weiterbildung finanzieren können.

Wir gratulieren den Gewinnern aber auch allen Teilnehmern zu dieser ausserordentlichen Leistung!

An Tag zwei der SwissSkills Championships mussten die Kandidaten einen Gang höher schalten. Nach dem Mittag nahm der chinesische Tempel langsam Form an, doch es gab noch immer viel zu tun. Es war den jungen Metallbauern anzusehen, dass der Zeitdruck hoch ist. Manch einer schielte auch mal kurz zur Konkurrenz hinüber. Der Konzentration tat dies jedoch keinen Abbruch. Jeder einzelne der jungen Männer fokussierte sich auf sein eigenes Werkstück.

Einige Kandidaten wurden heute von Familienangehörigen oder dem Lehrmeister angefeuert – natürlich aus der Distanz. Das gab ihnen einen zusätzlichen Motivationsschub. Auch die SwissSkills-Delegation schaute heute Nachmittag auf dem Gelände vorbei.

Um 18 Uhr wird der Wettbewerb beendet und die finalen Arbeiten anschliessend vom Expertenteam bewertet. Morgen Freitag findet um 17 Uhr die Siegerehrung im Bildungszentrum Aarberg statt.

Die Siegerehrung wird live via YouTube übertragen und kann unter folgendem Link angesehen werden.

Heute Morgen um 8 Uhr starteten die SwissSkills Championships 2020 im Metallbau. Die 16 Kandidaten fanden sich im Bildungszentrum Aarberg ein und studierten zuerst den Plan des Werkstücks. Die jungen Metallbauer fertigen in diesem Jahr einen chinesischen Tempel an. Dieser soll sie auf die WorldSkills 2021 in Shanghai einstimmen, an denen der Gewinner der SwissSkills teilnehmen wird. Um 10 Uhr ging es dann richtig los: Chefexperte Thomas Zurfluh gab den Startschuss. Hochkonzentriert machten sich die Kandidaten gleich an die Arbeit. Den ganzen Tag wurde fleissig gesägt, gebohrt und geschweisst. Thomas Zurfluh ist begeistert von der Leistungsbereitschaft der Metallbauer: «Es ist immer wieder eine Freude, die Jungtalente bei der Arbeit zu sehen.»

Obwohl die Kandidaten von den Experten genaustens beobachtet werden und bereits erste Teile des Werkstücks zur Bewertung abgeben mussten, scheint kaum Nervosität in der Luft zu liegen. In den Pausen fachsimpeln sie untereinander und tauschen sich über bereits getane Arbeitsschritte aus. Wenn es morgen Nachmittag dem Ende zu geht, wird es bestimmt hektischer.

Heute starten die SwissSkills Championships 2020 in Aarberg. Wir drücken die Daumen!

Jederzeit aktuell informiert auf Facebook und Instagram.

Thomas Zurfluh ist seit 2012 als Experte für die SwissSkills tätig. 2010 gewann er diese selbst und wurde ein Jahr später in London an den WorldSkills Vizeweltmeister. Im Interview erzählt er von seinen Erfahrungen an den Berufsmeisterschaften und was die Arbeit als Experte beinhaltet.

metall+du: Die SwissSkills finden dieses Jahr in einem anderen Rahmen statt. Was bedeutet das für deinen Job als Experte?

Thomas Zurfluh: Für meine Aufgabe als Experte gibt es keine grossen Änderungen. Das Feeling wird jedoch sicher anders sein, da die SwissSkills dieses Jahr im kleinen Rahmen stattfinden.

m+d: Gibt es organisatorische Herausforderungen, die ihr in Aarberg meistern müsst?

TZ: Das Bildungszentrum in Aarberg hat eine sehr gute Infrastruktur, die wir nutzen können. Da nun jedoch viele Kurse verschoben werden mussten, ist das BZA entsprechend stark ausgelastet. Es braucht eine detaillierte Abstimmung mit dem Personal vor Ort, damit alles rund läuft. Dazu gehört auch eine saubere Planung der COVID-19-Schutzmassnahmen, die von A bis Z im Ablauf mit eingebunden werden.

m+d: Du hast selbst bereits an nationalen und internationalen Berufsmeisterschaften teilgenommen. Was hat dich jeweils besonders beeindruckt?

TZ: Als Teilnehmer war für mich die Grösse der Wettbewerbe beeindruckend. Überwältigend waren die Emotionen, vor allem bei der Anfangs- und Schlusszeremonie. Besonders gefallen hat mir auch der Zusammenhalt im Schweizer Team. Wir gingen als Einheit gemeinsam an die WorldSkills. 2017 durfte ich als Workshop-Manager in Abu Dhabi dabei sein, das war auch sehr interessant und der Druck ist natürlich erheblich kleiner, als wenn man selbst Teilnehmer ist. Ich empfinde die WorldSkills wie eine grosse Familie.

m+d: Was hast du von den Wettbewerben mitgenommen?

TZ: Von den Wettbewerben habe ich vorwiegend die Emotionen noch in Erinnerung. Prägender war sicher die Vorbereitungszeit für die WM, besonders das Mentaltraining. Das hat mir viel gebracht und ich wende es in meinem Alltag und im Berufsleben auch heute noch oft an. Weiter war der Zusammenhalt im Schweizer Team sehr gut. Wir haben nach wie vor jedes Jahr ein gemeinsames Teamweekend, an dem wir uns wiedersehen und gemeinsam Zeit verbringen.

m+d: Auf was achtet ihr, wenn ihr die Kandidaten bewertet?

TZ: Grundsätzlich wird erst zum Schluss das fertige Werkstück der Kandidaten bewertet. Während des Wettbewerbs schauen wir auf ein logisches und strukturiertes Vorgehen und auf handwerkliches Geschick. Da dies jedoch kein fixer Bewertungsbestandteil ist, gibt uns das in erster Linie einen Eindruck, ob sich jemand für die WorldSkills eignet oder nicht. Dabei sind die Leidenschaft für den Beruf, die Begeisterung für den Wettkampf, ein hohes Mass an handwerklichem Geschick, aber auch ein stabiles privates und berufliches Umfeld sehr wichtig.

m+d: Wie werden die Kandidaten bewertet?

TZ: Wir haben ein Bewertungsraster, nach dem die Punkte vergeben werden. Neben klar definierten Massen wird technische Richtigkeit, sprich Ebenheit, Parallelität und Rechtwinkligkeit kontrolliert. Weiter werden auch die ganze Verarbeitung, die Funktion der einzelnen Bauteile und der Gesamteindruck überprüft. Wichtig ist dabei, dass alle Kandidaten gleich bewertet werden, damit dann auch wirklich der Beste gewinnt.

m+d: Was gefällt dir an deiner Tätigkeit als Experte am besten?

TZ: Dabei zu sein, wenn sich die Besten der Schweiz messen. Es ist jedes Jahr interessant zu beobachten, wie sich die verschiedenen Kandidaten in einem fairen Wettkampf messen.

m+d: Welchen Rat möchtest du den Teilnehmenden mitgeben?

TZ: Immer Vollgas geben!

m+d: Auf was freust du dich am meisten?

TZ: Ich freue mich am meisten auf den Wettkampf selbst. Es ist interessant zu sehen, wie die Kandidaten sich bewegen, wie sie vorgehen und wie sie arbeiten. Aber ich freue mich auch auf die Bewertung nach getaner Arbeit. Und natürlich zum Schluss auf das Resultat.

 

Auf dieser Webseite sowie auf unseren sozialen Netzwerken, Facebook und Instagram, gibt es laufend Neuigkeiten zu den SwissSkills Championships. Der Wettkampf selbst wird live in den Stories und Beiträgen der beiden sozialen Netzwerke geteilt.

An der Vorselektion in Buchs SG am 15. August 2020 wurden die letzten Kandidaten für die SwissSkills Championships im September bekanntgegeben.

Mit dabei ist auch Joel Kugler aus Rebstein, tätig bei der Paul Zellweger AG in Diepoldsau:

 

Wie bin ich zum Beruf Metallbauer gekommen?

 

Ich habe den Tag der offenen Tür einer Metallbaufirma besucht und war sehr beeindruckt. Nach verschiedenen Schnupperlehren bin ich zum Schluss gekommen, dass mich der Beruf Metallbauer am meisten interessiert.

 

Was begeistert mich an diesem Beruf?

 

Mich begeistert das Arbeiten mit Metall im Allgemeinen. Ich mag vor allem die verschiedenen Schweissverfahren.

 

Meine Motivation, um an den SwissSkills teilzunehmen?

 

Nicht jeder bekommt diese Chance, aber ich möchte die meine nutzen und mein Bestes geben.

 

Meine Hobbies

 

Töffrennen fahren, Faustball

 

Mein persönliches Motto

 

Augen zu und durch.

 

An der Vorselektion in Buchs SG am 15. August 2020 wurden die letzten Kandidaten für die SwissSkills Championships im September bekanntgegeben.

Mit dabei ist auch Wendel Preisig aus Schwellbrunn, tätig bei der Schoch Metallbau AG in Herisau:

 

Wie bin ich zum Beruf Metallbauer gekommen?

 

Ich wollte entweder Zimmermann oder Metallbauer werden. Da mir die Metallbearbeitung schon immer Spass gemacht hat, habe ich mich für diesen Beruf entschieden.

 

Was begeistert mich an diesem Beruf?

 

Die verschiedenen Schweissverfahren mag ich am liebsten.

 

Meine Motivation, um an den SwissSkills teilzunehmen?

 

2014 durfte ich mit meiner Oberstufenklasse die SwissSkills in Bern besuchen, was mich sehr beeindruckt hat. Eines meiner Ziele war seither, selbst einmal an den SwissSkills teilnehmen zu können. Jetzt ist es so weit und ich möchte natürlich gewinnen.

 

Meine Hobbies

 

Turnverein, Badminton, Unihockey. Ausserdem habe ich gemeinsam mit Freunden eine Werkstatt, in der wir Motoren von Autos, Töffs etc. reparieren.

 

Mein persönliches Motto

 

Zielgerichtet voraus!

 

Wie so manche Grossveranstaltung mussten auch die nationalen SwissSkills in Bern, die im Herbst 2020 stattgefunden hätten, verschoben werden. Trotzdem braucht es Nachwuchstalente, welche die Schweiz bei den anstehenden internationalen Wettkämpfen vertreten können. Die Berufsmeisterschaften werden deshalb unter dem Namen SwissSkills Championships dezentral durchgeführt. Für den Metallbau findet das Ersatzformat vom 1. bis 4. September 2020 im Bildungszentrum in Aarberg statt. Aktuell laufen die Vorbereitungen für den Wettkampf auf Hochtouren. Roger Müller, Projektleiter der Meisterschaften, erzählt von den Herausforderungen des neuen Formats und den Erwartungen an den Wettkampf.

metall+du: Die SwissSkills finden anders statt, als ursprünglich geplant war. Welchen organisatorischen Herausforderungen müsst ihr euch stellen?

Roger Müller: Das Coronavirus ist allgegenwärtig und erschwert uns die Planung. Die Situation kann sich jederzeit ändern und dann müssen wir unter Umständen innert kürzester Zeit alles umstellen. Die Durchführung in Aarberg ist jedoch optimal, weil die gesamte Infrastruktur bereits vorhanden ist.

m+d: Die SwissSkills-Organisation unterstützt auch die dezentralen Wettkämpfe. Wie schätzt du diese Unterstützung ein?

RM: Soweit sehr gut. In vielerlei Hinsicht bekommen wir die gleiche Unterstützung, die wir auch in Bern bekommen hätten. So lanciert die Organisation zum Beispiel eine umfassende Social-Media-Kampagne und stellt Werbematerial sowie das Bewertungstool CIS zur Verfügung.

m+d: Was ist anders als an den SwissSkills in Bern?

RM: Die Wettkampfbedingungen sind identisch. Das ist uns sehr wichtig. Das Publikum wird aber fehlen und das wird den Wettkampf für die Teilnehmenden verändern.

m+d: Wie wird sichergestellt, dass der Beruf Metallbauer trotz fehlendem Publikum bei interessierten Jugendlichen bekannter gemacht werden kann?

RM: Wir werden an den beiden Wettkampftagen live vor Ort berichten. Gestreut werden die Informationen über die Nachwuchsplattform metall+du, die auch auf Facebook und Instagram vertreten ist. Ausserdem startet nach den Wettkämpfen das digitale Ersatzformat SwissSkills Connect, eine digitale Plattform, auf der auch die Metallbauer vorgestellt werden.

m+d: Wie werden die diesjährigen Teilnehmenden ausgewählt?

RM: Ein erstes Kriterium ist die praktische QV-Note. Wer eine 5.0 oder mehr erzielt hat, wird an die regionale Vorselektion eingeladen. Davon gibt es insgesamt vier: eine im Tessin, eine in der Westschweiz und zwei in der Deutschschweiz. Die Vorselektion dauert einen Tag und besteht aus einer kleinen praktischen Arbeit und einem Einzelgespräch mit jedem Kandidaten. Wer am Schluss am meisten überzeugt, darf im September an den SwissSkills dabei sein. Insgesamt werden 16 junge Metallbauer aus allen drei Landesteilen teilnehmen.

m+d: Wie viele Experten werden an den SwissSkills Championships anwesend sein?

RM: Es werden sechs Experten vor Ort sein. Wir freuen uns, in diesem Jahr auch zwei neue Experten dabei zu haben. Einer ist Rémy Mornod, der vor zwei Jahren selbst die SwissSkills gewonnen und im Sommer 2019 an den WorldSkills in Kazan teilgenommen hat. Auch unter den Experten sind die drei Sprachen Deutsch, Französisch und Italienisch vertreten.

 m+d: Auf was freust du dich am meisten?

RM: Auf die motivierten Teilnehmenden und hoffentlich auf positive Resultate!

m+d: Welchen Rat möchtest du den Teilnehmenden mitgeben?

RM: Sie sollen locker aber fokussiert an die Aufgabe rangehen und sich nicht ablenken lassen. Dann kommt es gut.


Auf dieser Webseite sowie auf unseren sozialen Netzwerken, Facebook und Instagram, gibt es laufend Neuigkeiten zu den SwissSkills Championships. Der Wettkampf selbst wird live in den Stories und Beiträgen der beiden sozialen Netzwerke geteilt.

Die als Grossveranstaltung zwischen dem 9. und 13. September 2020 in Bern geplanten zentralen Schweizer Berufsmeisterschaften SwissSkills 2020 werden bedingt durch die Corona-Pandemie in den Herbst 2022 verschoben. Durch ein Ersatzformat soll sichergestellt werden, dass Schweizer Berufsmeisterschaften auch im Jahr 2020 durchgeführt werden können und die Berufsbildung ein mediales Schaufenster erhält.

Alle Informationen zu diesem Entscheid finden sich hier.

An den SwissSkills 2020, die vom 9. bis 13. September 2020 in Bern stattfindet, werden rund 900 junge Berufstalente teilnehmen. In 75 verschiedenen Berufen kämpfen die jungen Leute um die Schweizer Meister-Titel.

Auch Metallbauer/innen und Metallbaukonstrukteure/innen werden an diesem Wettbewerb teilnehmen und ihr Können unter Beweis stellen.

An den SwissSkills 2020 werden auch dieses Jahr um die 60’000 Schülerinnen und Schüler aus der ganzen Schweiz erwartet, welche die Wettkämpfe mit Spannung verfolgen werden.

Alle Informationen zu den SwissSkills finden sich hier.

Dass die Lehre als Metallbauer enorm vielseitig ist, zeigt dieser Beitrag von regioTVplus. Martin Thurnheer, Berufsfachschullehrer an der BBZ BL Muttenz, und Luc Musy, Geschäftsführer der Fünfschilling AG, geben Einblick in den interessanten Beruf und unterstreichen die Bedeutung von Schnupperlehren

Die neu lancierte Plattform SwissSkills Connect gewährt Jugendlichen einen einzigartigen Einblick in den Arbeitsalltag verschiedener Berufe. Für die Metallbauer mit dabei ist der 19-jährige Samuel Camenzind, der an den diesjährigen SwissSkills Championships teilgenommen hat.

Auf seinem Profil erzählt Samuel unter anderem, warum er sich für seinen Beruf entschieden hat, was das spannendste daran ist und wem er den Beruf Metallbauer empfehlen würde.

Zudem gibt es ein Videointerview mit Samuel, in dem er die brennendsten Fragen zum Beruf beantwortet.

Hier geht es zu seinem Profil.

Die als Grossveranstaltung zwischen dem 9. und 13. September 2020 in Bern geplanten zentralen Schweizer Berufsmeisterschaften SwissSkills 2020 werden bedingt durch die Corona-Pandemie in den Herbst 2022 verschoben. Durch ein Ersatzformat soll sichergestellt werden, dass Schweizer Berufsmeisterschaften auch im Jahr 2020 durchgeführt werden können und die Berufsbildung ein mediales Schaufenster erhält.

Alle Informationen zu diesem Entscheid finden sich hier.

Botschafter von Metaltec Suisse, die Schulklassen im Werkunterricht besuchen, sollen Jugendliche für eine Lehre in der Metallbaubranche begeistern. Ziel des Pilotprojekts ist es, jungen Menschen das Arbeiten mit Metall näher zu bringen und aufzuzeigen, welche spannenden Berufswege es im Metallbau gibt. Ein erster Durchgang fand bereits statt.

Hier geht es zum kompletten Artikel inklusive Interview mit dem teilnehmenden Werklehrer.

Eine Lehre in der Metallbaubranche bietet zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten.

So kann man sich zum Beispiel zum/zur Metallbau-, Werkstatt- und Montageleiter/In BP, Metallbaukonstrukteur/In BP, Metallbaumeister/In HFP weiterbilden.

AM Suisse bietet zu diesen drei Weiterbildungen eine am 9. April 2020 eine Infoveranstaltung an. Der Flyer kann hier heruntergeladen werden.

An den SwissSkills Championships 2020 ist ein interessanter Film entstanden, der nicht nur die Arbeit eines Metallbauers sondern auch die Highlights des Wettkampfes zeigt.

Die Vettiger Metallbau AG war an der diesjährigen Berufswahltischmesse 2020 in Aadorf mit einem Stand vertreten.

Das Interesse am Stand war gross: „Es war ein sehr gelungener Anlass und wir konnten viele Jugendliche über unsere Berufe informieren“, sagt Cornelia Vettiger. Mit einigen Jugendlichen konnte direkt eine Schnupperlehre vereinbart werden.

Pünktlich zum Jahres-Start haben wir den metall+du Shop aufgefüllt. Neu im Angebot sind sechs tolle Taschen: Von der Laptop-Tasche, über den Seesack, bis hin zum Turnbeutel. Die neuen Produkte sind ab sofort im Shop erhältlich. Alle Taschen sind übrigens mit dem eigenen Firmenlogo bedruckbar.

In Zwingen im Kanton Basel-Landschaft haben Lernende aus verschiedenen Berufen innerhalb von drei Monaten gemeinsam eine Brücke aus Stahl gebaut. Initiiert wurde das Projekt von Fabio Formenton, Geschäftsführer von Spano Metallbau AG. Tatkräftig unterstützt wurde er von Urs Giger, Geschäftsinhaber von Giger+Dill Metallbau AG, und Christof Bühler, Geschäftsinhaber von Metallbau Bühler AG. Im Interview erzählen die drei vom interessanten Projekt und erklären, weshalb die Berufsbildung so wichtig ist.

metall+du: Wie ist die Idee für dieses Projekt entstanden?

Fabio Formenton: Diese Brücke wird von der Dorfbevölkerung rege genutzt, denn sie verbindet das Dorf mit dem Naherholungsgebiet und ist gleichzeitig Bestandteil der Finnenbahn. Die alte Brücke war eine Holzkonstruktion, die mittlerweile so marode war, dass sie sicherheitshalber gesperrt werden musste. So entstand während einem Sonntagsspaziergang die Idee, dass die künftige Brücke aus Stahl sein sollte und dass man dieses Projekt gleichzeitig als Werbung für die Berufslehre im Allgemeinen und für den Metallbau im Speziellen nutzen kann.

Welche Berufe waren am Projekt beteiligt?

Fabio Formenton: Im Einsatz waren Lernende der Berufe Metallbaukonstrukteur, Metallbauer, Zimmermann, Strassenbauer und Fachmann Betriebsunterhalt Aussendienst. Die vier mitarbeitenden Metallbauer waren im 2. bis 4. Lehrjahr.

Welche Tätigkeiten haben die Metallbauer und der Metallbaukonstrukteur übernommen?

Christof Bühler: Die Erstellung der Ausführungsplanung hat der Metallbaukonstrukteur- Lernende übernommen. Die Werkstattpläne wurden anschliessend mit den beteiligten Metallbauern besprochen und sie haben sich dann auch um Herstellung und Montage gekümmert. Die verschiedenen Bauteile wurden in den drei Lehrbetrieben hergestellt.

Welche Herausforderungen gab es bei diesem Projekt?

Fabio Formenton: Die Brücke steht zur Hälfte im Wald und konnte deshalb nicht wie anfänglich geplant am Stück angeliefert werden. Hier kam der Strassenbauer ins Spiel: Er hat mit Bagger und Traktor die Einzelteile an den Standort gebracht und wir haben die Brücke vor Ort zusammengebaut.


Lernende bei der Arbeit

Wie war der Umgang der Lernenden untereinander?

Fabio Formenton: Es herrschte eine lockere Atmosphäre und eine spielerische Konkurrenz unter den Berufen. Alle haben gezeigt, was sie können.

Was war die Reaktion der Lernenden nach Abschluss des Brückenbaus?

Christof Bühler: Die Freude und der Stolz waren gross. Die Lernenden konnten im Projekt ihre Fähigkeiten anwenden und erweitern. Ein gelungenes Projekt!

Fabio Formenton: Wir konnten auch beobachten, dass die Lernenden bereits sehr routiniert an den Auftrag herangegangen sind. Das werten wir als positiven Effekt unserer Berufslehre. Als Metallbauer ist man von Anfang an bei abwechslungsreichen Projekten dabei und darf Hand anlegen.

Weshalb ist die duale Berufsbildung wichtig für die Schweiz?

Urs Giger: Die duale Berufsbildung ist ein Erfolgsmodell, welches über Jahre gewachsen ist. Beinahe jeder Jugendlichen kann dank der Berufslehre eine Ausbildung erfolgreich abschliessen, was die Verfügbarkeit von Fachkräften garantiert und gleichzeitig die Sozialkosten tief hält.

Was ist euer persönliches Fazit?

Urs Giger: Mit dem Projekt konnten wir mehrere positive Aspekte erreichen: berufsübergreifendes Arbeiten, Zusammenarbeit unter den Betrieben und Werbung für handwerkliche Berufe. Die Lernenden waren mit viel Herzblut an der Arbeit und können mit Stolz auf das abgeschlossene Projekt blicken. Es war beste Werbung für die Berufsbildung!

Fabio Formenton: Dem schliesse ich mich an. Die Lernenden waren motiviert und wir haben viel positives Feedback bekommen. Wenn sich die Gelegenheit bietet, würde ich wieder ein solches Projekt initiieren.


Fertiggestellte Brücke

Initianten des Projekts vlnr Christof Bühler, Urs Giger, Fabio Formenton