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Metallbau-Botschafter gesucht!

Mit «metall+du macht Schule» wird ein neues Projekt lanciert, das den Nachwuchs im Metallbau stärken möchte. Geschulte Metallbau-Botschafter besuchen Schulklassen und zeigen den Schülerinnen und Schülern, wie das Werken mit Metall funktioniert.

Der Werkstoff Metall soll während dem Werkunterricht in Schulen vermehrt zum Einsatz kommen, damit Kinder und Jugendliche früher für die Arbeit mit Metall sensibilisiert werden. Mit diesem Ziel startet das neue Projekt «metall+du macht Schule» diesen Herbst. Nicht an jeder Schule wird heutzutage mit Metall gearbeitet und genau das möchte diese Initiative ändern. Indem Schülerinnen und Schüler vermehrt mit Metall in Kontakt kommen, soll ihr Interesse für die Berufe im Metallbau geweckt werden. Vermittelt wird ihnen das Wissen von ausgebildeten Metallbau-Botschaftern, welche die Werkklassen besuchen und die Schülerinnen und Schüler anleiten oder sie für eine Besichtigung in den eigenen Betrieb einladen.

Wegen Corona musste der Projektstart nach hinten verschoben werden. Am 1. September 2021 war es aber so weit: Die erste Botschafterschulung wurde erfolgreich durchgeführt. Den neuen Botschaftern wurde das Projekt vorgestellt und nützliches Wissen mitgegeben, damit sie ihre Arbeit in den Schulen in Angriff nehmen können.

Rundum-sorglos-Paket

Patrick Burkhard hat im vergangenen Jahr den Pilotversuch durchgeführt, um das Projekt auf Herz und Nieren zu prüfen. «Es war sehr interessant für mich, einen Einblick in den Schulalltag zu bekommen und mein Wissen weiterzugeben», sagt er rückblickend. Als leidenschaftlicher Metallbauer überträgt er seine Faszination gern an die zukünftige Generation. Patrick Burkhard ist Werkstattleiter bei der Gurtner Metallbau AG in Buchs und er ist auch am Aufbau des Projekts beteiligt: «Wir möchten es sowohl den zukünftigen Botschaftern als auch den Lehrpersonen möglichst einfach machen. Deshalb haben wir einen Unterrichtsplan entwickelt und eine Metallbau-Box, gefüllt mit Planungsunterlagen und Prototypen der Werkstücke, zusammengestellt. Diese können die Botschafter in die Schulen mitnehmen.» Ein Rundum-sorglos-Paket also, und das sowohl für die Botschafter als auch für die Lehrpersonen selbst. Auch Werklehrpersonen ohne grosse Erfahrung möchte man die Möglichkeit bieten, mit Metall zu arbeiten. Der Unterrichtsplan ist darauf ausgelegt, dass eine Klasse in 6-8 Wochen ihre eigenen Werkstücke erarbeitet. Beim Pilotversuch hielt beispielsweise am Ende jeder ein selbstgemachtes Raclette-Öfeli in den Händen. Der Botschafter selbst ist mindestens bei der ersten und letzten Doppellektion dabei. Er ist dafür verantwortlich, die Klasse in den Auftrag einzuweisen und nimmt diesen am Schluss ab. Zusätzlich kann er Informationen zu den Metallbauberufen einfliessen lassen. Ausserdem sind die Botschafter die direkte Ansprechperson für die Werklehrperson. Patrick Burkhard bleibt die Zeit mit seiner Pilotklasse in guter Erinnerung: «Der Werklehrer war sehr engagiert und hat auch selbst Ideen eingebracht. Die Klasse war vor der Schulstunde ziemlich unruhig, als ich dann aber mit der Einführung begann, hörte sie mir interessiert zu.» Es sei nicht immer ganz einfach, den richtigen Mix aus Theorie und praktischen Tätigkeiten zu finden, aber das mache das Botschafter-Dasein umso spannender. «Eine besondere Herausforderung im Projekt sind auch die unterschiedlichen Fähigkeiten der Kinder. Einige schrauben in der Freizeit bereits an ihren Töfflis rum, für andere wiederum ist es komplettes Neuland», erzählt Patrick Burkhard weiter. Die Abwechslung habe aber allen gut gefallen.

Patrick Burkhard bei den Vorbereitungen

Schweizweites Netzwerk geplant

Das Projekt steht noch ganz am Anfang. Das Ziel von «metall+du macht Schule» ist jedoch klar: Es soll ein schweizweites Botschafternetzwerk aufgebaut werden. Zukünftig soll es in jeder Region Metallbau-Botschafter geben, die Werkklassen unterstützen oder diese auch in den eigenen Betrieb mitnehmen, um den Schülerinnen und Schülern eine Werkstatt von innen zu zeigen. Dass die Botschafter möglichst lokal unterwegs sein sollen, ist gemäss Patrick Burkhard durchaus sinnvoll: «Wenn die Zeit der Lehrstellensuche gekommen ist, erinnert sich vielleicht der eine oder andere an den sympathischen Metallbau-Botschafter und schickt eine Bewerbung an dessen Betrieb.»

Um das Ziel des Botschafternetzwerks zu realisieren, ist die Arbeitsgruppe auf der Suche nach motivierten Botschaftern. Geeignet sind Metallbauerinnen und Metallbauer, die Freude am Umgang mit Schülerinnen und Schülern haben, kommunikativ sind und ein Flair fürs Organisieren haben. Pilotbotschafter Patrick Burkhard empfiehlt die Tätigkeit auf jeden Fall weiter: «Es ist natürlich ein Mehraufwand, aber die Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern ist bereichernd und eine Abwechslung zu meinem Berufsalltag.» Deshalb freut er sich auch schon auf seinen nächsten Schulbesuch.

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