«Die Lernenden haben das Projekt mit viel Herzblut umgesetzt.»

Initianten-des-Projekts

In Zwingen im Kanton Basel-Landschaft haben Lernende aus verschiedenen Berufen innerhalb von drei Monaten gemeinsam eine Brücke aus Stahl gebaut. Initiiert wurde das Projekt von Fabio Formenton, Geschäftsführer von Spano Metallbau AG. Tatkräftig unterstützt wurde er von Urs Giger, Geschäftsinhaber von Giger+Dill Metallbau AG, und Christof Bühler, Geschäftsinhaber von Metallbau Bühler AG. Im Interview erzählen die drei vom interessanten Projekt und erklären, weshalb die Berufsbildung so wichtig ist.

metall+du: Wie ist die Idee für dieses Projekt entstanden?

Fabio Formenton: Diese Brücke wird von der Dorfbevölkerung rege genutzt, denn sie verbindet das Dorf mit dem Naherholungsgebiet und ist gleichzeitig Bestandteil der Finnenbahn. Die alte Brücke war eine Holzkonstruktion, die mittlerweile so marode war, dass sie sicherheitshalber gesperrt werden musste. So entstand während einem Sonntagsspaziergang die Idee, dass die künftige Brücke aus Stahl sein sollte und dass man dieses Projekt gleichzeitig als Werbung für die Berufslehre im Allgemeinen und für den Metallbau im Speziellen nutzen kann.

Welche Berufe waren am Projekt beteiligt?

Fabio Formenton: Im Einsatz waren Lernende der Berufe Metallbaukonstrukteur, Metallbauer, Zimmermann, Strassenbauer und Fachmann Betriebsunterhalt Aussendienst. Die vier mitarbeitenden Metallbauer waren im 2. bis 4. Lehrjahr.

Welche Tätigkeiten haben die Metallbauer und der Metallbaukonstrukteur übernommen?

Christof Bühler: Die Erstellung der Ausführungsplanung hat der Metallbaukonstrukteur- Lernende übernommen. Die Werkstattpläne wurden anschliessend mit den beteiligten Metallbauern besprochen und sie haben sich dann auch um Herstellung und Montage gekümmert. Die verschiedenen Bauteile wurden in den drei Lehrbetrieben hergestellt.

Welche Herausforderungen gab es bei diesem Projekt?

Fabio Formenton: Die Brücke steht zur Hälfte im Wald und konnte deshalb nicht wie anfänglich geplant am Stück angeliefert werden. Hier kam der Strassenbauer ins Spiel: Er hat mit Bagger und Traktor die Einzelteile an den Standort gebracht und wir haben die Brücke vor Ort zusammengebaut.


Lernende bei der Arbeit

Wie war der Umgang der Lernenden untereinander?

Fabio Formenton: Es herrschte eine lockere Atmosphäre und eine spielerische Konkurrenz unter den Berufen. Alle haben gezeigt, was sie können.

Was war die Reaktion der Lernenden nach Abschluss des Brückenbaus?

Christof Bühler: Die Freude und der Stolz waren gross. Die Lernenden konnten im Projekt ihre Fähigkeiten anwenden und erweitern. Ein gelungenes Projekt!

Fabio Formenton: Wir konnten auch beobachten, dass die Lernenden bereits sehr routiniert an den Auftrag herangegangen sind. Das werten wir als positiven Effekt unserer Berufslehre. Als Metallbauer ist man von Anfang an bei abwechslungsreichen Projekten dabei und darf Hand anlegen.

Weshalb ist die duale Berufsbildung wichtig für die Schweiz?

Urs Giger: Die duale Berufsbildung ist ein Erfolgsmodell, welches über Jahre gewachsen ist. Beinahe jeder Jugendlichen kann dank der Berufslehre eine Ausbildung erfolgreich abschliessen, was die Verfügbarkeit von Fachkräften garantiert und gleichzeitig die Sozialkosten tief hält.

Was ist euer persönliches Fazit?

Urs Giger: Mit dem Projekt konnten wir mehrere positive Aspekte erreichen: berufsübergreifendes Arbeiten, Zusammenarbeit unter den Betrieben und Werbung für handwerkliche Berufe. Die Lernenden waren mit viel Herzblut an der Arbeit und können mit Stolz auf das abgeschlossene Projekt blicken. Es war beste Werbung für die Berufsbildung!

Fabio Formenton: Dem schliesse ich mich an. Die Lernenden waren motiviert und wir haben viel positives Feedback bekommen. Wenn sich die Gelegenheit bietet, würde ich wieder ein solches Projekt initiieren.


Fertiggestellte Brücke

Initianten des Projekts vlnr Christof Bühler, Urs Giger, Fabio Formenton

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