Nationaler Zukunftstag – Teil 2

Lenzburg – Anlässlich des Nationalen Zukunftstages am 10. November führte die Metaltec Aargau interessierte Schülerinnen in die Welt des Metalls ein. In den Werkstätten der Lenzburger Berufsschule fanden sich Mädchen im Primar- und Oberstufenalter ein, um sich den ganzen Tag voll und ganz der Herstellung einer Metallblume zu widmen.

Auch im 21. Jahrhundert sind viele Berufe noch immer sehr geschlechtsspezifisch. Während beispielsweise Pflegeberufe hauptsächlich von Frauen ausgeübt werden, ist die Metallbauerin auch heute noch ein seltener Anblick. Am nationalen Zukunftstag 2016 bot sich angehenden Lehrlingen die Möglichkeit die Seiten zu wechseln und in Berufe zu schnuppern wo man/frau noch der Hahn, beziehungsweise die Henne im Korb ist. Während die Jungs sich als Betreuer, Pfleger, oder Coiffeur versuchen konnten, erkundeten die Mädchen unter anderem Berufe wie Informatikerin, Schreinerin und Landwirtin.

Am Projekttag, unter dem Motto ‚Metall und Du‘, lernten vierzehn Mädchen die Welt des Metallbaus näher kennen. Unter professioneller Anleitung fertigten sie mit viel Hingabe eine Blume aus Metall. Ein gutes Beispiel dafür, wie sich ein mehrheitlich männlicher Beruf mit etwas eher weiblichem wie der Blume verbinden lässt. Tatsächlich gaben einige Mädchen an, dass sie Blumen gerne mögen und deswegen auf diesen Kurs aufmerksam geworden sind.

Unabhängig vom Geschlecht ist motivierter Nachwuchs auch im Metallbaugewerbe sehr gefragt. Die Metallbaubranche habe es im Vergleich zu bekannteren Berufen wie dem Schreiner oder dem Elektriker etwas schwerer die junge Generation für sich zu gewinnen, erklärt Kurt Lüscher, Vorstandsmitglied der Metaltec Aargau. Viele junge Menschen würden den Beruf gar nicht kennen, dagegen findet sich der Zimmermann schon in der Bibel, sagt er weiter. So haben die modernen Berufsbezeichnungen wohl nicht nur Vorteile, früher nannte man den Metallbauer Schmied oder Schlosser.

Nach fleissigem Hämmern, Schleifen und Schweissen nahmen die Kunstwerke langsam Form an. Und anders als eine echte Blume werden sie diese Form auch nicht so schnell wieder verlieren. Laura, elf  Jahre alt schaut zufrieden auf den Tag zurück an dem sie sehr viele neue interessante Dinge gelernt habe. Auf die Frage, ob sie sich vorstellen könnte diesen Beruf später zu erlernen antwortete sie mit: „Ich bin mir nicht sicher, aber schliesse es nicht aus“. Man darf gespannt sein, wie die Metallbauerinnen und Metallbauer von morgen ihren Beruf weiterentwickeln.

(Text und Bilder: Timo Bachmann)

Links:

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